Dummytraining mit dem Beagle

Gastautor: ann_kathrin_gellrich

Dummytraining hört man immer öfter. Jeder macht es anders und doch alle richtig! 😉 Zeit, sich also damit ein Mal näher zu beschäftigen.

Ursprünglich wurde das Dummytraining in der Ausbildung von Jagdhunden eingesetzt. Speziell die Retriever (engl. to retrieve = zurückbringen/ apportieren) wurden dafür gezüchtet, nach dem Schuss die Wasservögel zurückzubringen.

Soweit so gut!

Mittlerweile ist es aber aus keiner Hundebeschäftigung mehr wegzudenken. Es ist sogar zu einer eigenständigen Disziplin geworden, doch soweit wollen wir hier nicht gehen.

Der Beagle ist ein Jäger - das passt schon mal. Aber Jagdhund ist eben nicht Jagdhund! ☝🏻

Kleiner Exkurs: Als Beagle ist Zoe ein Fährtenjäger. Sie sind gezüchtet worden, um selbstständig zu jagen (!). Sie sind ausdauernd und können ihre Fährte kilometerweit aufrecht erhalten. Sehen sie ein Tier, sollen sie die Fährte aufnehmen und bellen. Die typischen Hetzlaute. Sie stellen das Wild, damit der Jäger es erlegen kann.
Ihr merkt, von apportieren ist hier keine Rede!

Das Dummytraining macht da also keinen Sinn? Von wegen! Ich kann vorwegnehmen: Einfach war es tatsächlich nicht! Ihr Blick, als ich den Dummy das erste mal weggeworfen habe, war eindeutig: „Du hast ihn geworfen, Du musst ihn auch holen!“

Das Zoe sich in Richtung des Dummy bewegt hätte - im Leben nicht! 😀 „Tolles Spiel, kannst Du aber alleine machen!“

Ich habe nicht aufgegeben und mit ihr trainiert. Wie ich es gemacht habe, schreibe ich gerne in einem anderen Beitrag. Nach nur 2 Wochen wusste, sie wie das Spiel funktioniert. Sie hat es lieben gelernt! Sobald sie den Dummy sieht, ist sie Feuer und Flamme. Am besten kommen natürlich, wie kann es anders sein, die Echtfelldummys und Futterdummys an. Belohnung muss sein und das ist und bleibt beim Beagle eben ein Leckerchen. 🙈

Warum wollte ich unbedingt mit ihr das Dummytraining machen? Schließlich gibt es ja zig andere Alternativen, die ihrer Natur viel näher kommen 🤷🏻‍♀‍ Machen wir auch. Aber das Dummytraining war für uns eine neue Challenge. Etwas, auf das sie sich einlassen sollte. Mal über den Tellerrand hinaus schauen. Eine Aufgabe haben! Das Training mit dem Dummy kann zum einen beliebig ausgebaut werden und zum anderen darf sie jagen! Ich schmeiße ihn und sie darf hinterher rennen (Jagdinstinkt), dann aber soll sie ihn auch bringen, um den Kecks abzustauben (Aufgabe).

Ihr kennt vielleicht unseren ganz „normalen“ Lederdummy. Ein Futterdummy, den Zoe schon sehr liebt. Wer nur in die Richtung des Dummys schaut, wird verurteilt. 🙈
Dann aber kam der Echtfelldummy ins Spiel. Wir haben sie in unterschiedlichen Größen und Formen wie z. B. vom Martin Rütter SHOP. Der Echtfellfutterdummy soll ebenfalls noch bei uns einziehen.
Hole ich also den Felldummy unterwegs raus, werden ihre Augen größer und alles andere um sie herum wird ihr völlig egal. Hauptsache keiner stört und das Spiel/Training kann endlich losgehen. Aber einfach nur werfen kann ja jeder...
Baue ich etwas Spannung (positiv gemeint natürlich) auf, bevor ich den Dummy werfe (unser Dog-Talk😉), geht Zoe ab wie eine Rakete. Und nicht nur das, sie gibt dann auch häufig die typischen Hetzgeräusche von sich. 🙈

Neben dem Jagen darf Zoe den Felldummy auch mal suchen. Dafür verstecke ich ihn gerne im Wald. Hinter Bäumen, unter Laub oder auch mal auf umgefallenen Baumstämmen etwas weiter oben. Zwischendurch kann sie ihn dann auch einfach mal ein paar Meter tragen.
Nach so einem Spaziergang mit (Fell)-Dummy ist Zoe dann müde. Aber auch glücklich und zufrieden. 🙏🏼

Kommen wir aber zu einer Frage, die ich in diesem Zusammenhang häufig gestellt bekomme. Ist die Arbeit mit einem Echtfelldummy beim Beagle oder Jagdhund nicht kontraproduktiv? Schließlich wurde es benutzt, um die Hunde aufs „echte Leben“ vorzubereiten?

Ich kann und möchte hier nicht verallgemeinern und Ausnahmen bestätigen ja die Regel. Ich kann hier nur von Zoe und mir sprechen. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen: NEIN! Es ist nicht kontraproduktiv, ganz im Gegenteil!
Der Beagle ist ein Jagdhund und gezüchtet, um eine Aufgabe zu haben. Wieso also soll ich ihr genau diese nehmen? Umso näher die Alternative der eigentlichen Aufgabe kommt, desto zufriedener und ausgeglichener ist Zoe. Der Reiz allem hinterherzujagen was sich bewegt, ist durch die Alternativen gerade auch mit dem Felldummy deutlich gestillt. 🤷🏻‍♀‍

Also Ihr lieben, solltet Ihr darüber nachdenken, die Dummyarbeit in Eure Spaziergänge zu integrieren, versucht es!!! Was habt Ihr schon zu verlieren? Wenn es nichts für Euren Hund ist (was ich mir gar nicht vorstellen kann), habt Ihr es wenigstens probiert!
Sollte es Euch beiden aber Spaß machen (wovon ich ausgehe), dann habt ihr beide eine neue Aufgabe, viel Spaß unterwegs und schweißt Euch auch noch stärker zusammen.

Bleibt mir also nur noch zu sagen: viel Spaß beim spielen/trainieren! 😊

Eure Ann-Kathrin & Zoe

Juni 10, 2021 — Gastautor

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